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Welche Saphire werden ethisch abgebaut?

Sapphire mine in Sri Lanka

Warum ist der ethische Abbau von Saphiren so wichtig?

Ethischer Abbau von Saphiren bedeutet, dass die Steine unter fairen, transparenten und verantwortungsvollen Bedingungen abgebaut und gehandelt werden. Es gibt vier Kriterien, die ein ethischer Saphir erfüllen muss:

Rückverfolgbarkeit, faire Arbeitsbedingungen, gerine Umweltbelastung und konfliktfreie Beschaffung.

Der Fokus liegt darauf, sicherzustellen, dass die lokale Bevölkerung vom Bergbau profitiert und das Land für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Im Gegensatz zur groß angelegten, hoch industrialisierten Gewinnung von Diamanten und vielen anderen Materialien werden Saphire in der Regel in kleinem Maßstab abgebaut. Daher sind Menschenrechtsverletzungen in diesem Sektor generell weniger gravierend und kleine lokale Unternehmen sowie Familien vor Ort können viel leichter unterstützt werden. Dennoch gibt es nach wie vor kritische Probleme, die angegangen werden müssen, und es ist von entscheidender Bedeutung, genau hinzuschauen und sicherzustellen, dass jeder Stein aus einer ethisch vertretbaren Quelle stammt.

 

Wie wir ethisch einwandfreie Saphire garantieren

Einer unserer Grundwerte ist es, mit Saphiren zu handeln, deren Herkunft wir kennen und nachweisen können. Jeder einzelne Stein wird sorgfältig geprüft. Wenn die Herkunft eines Saphirs nicht eindeutig zurückverfolgt werden kann, wird er nicht angeboten. Nur wenn die Herkunft bekannt ist und keine ethischen Bedenken bestehen, wird ein Stein von uns in Betracht gezogen.

Um diese Transparenz zu gewährleisten, kaufen wir Saphire direkt in den Herkunftsländern ein. Wir vermeiden Zwischenhändler und verlassen uns, wo immer möglich, auf persönliche Kontakte vor Ort. Im Idealfall können wir die Minen selbst besuchen und uns ein eigenes Bild von den Bedingungen machen. Der überwiegende Teil unserer Saphire stammt aus nachweislich einwandfreien Quellen – vor allem aus Sri Lanka und Australien, wo der Abbau unter verantwortungsvollen Bedingungen erfolgt.

 

Warum sind Saphire aus Sri Lanka ethisch unbedenklich?

Die Saphirindustrie in Sri Lanka ist durch viele kleine Familienbetriebe geprägt. Dadurch wird verhindert, dass große, monopolähnliche Unternehmen entstehen, die nur an ihrer eigenen Profitmaximierung interessiert sind. Sri Lanka hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass auch diese kleinen Unternehmen ethische Standards einhalten.

Alles wird von einer Regierungsbehörde, der National Gem and Jewelry Authority (NGJA), reguliert. Vom Abbau über den Schliff bis hin zum Export wird alles reguliert und kontrolliert.

Für den Bergbau gelten strenge Arbeitsschutzrichtlinien. Kinderarbeit ist strengstens verboten und wird hart bestraft.
Jeder Saphir wird bei der Ausfuhr kontrolliert. Der Export von Rohsaphiren unterliegt strengen Vorschriften und ist somit kaum möglich. Damit soll sichergestellt werden, dass die Wertschöpfung im Land bleibt und dort eine erstklassige Edelsteinschleifindustrie existieren kann.
Sri Lanka ist bekannt für seine hochwertige Schleifkunst und dank seiner Struktur aus kleinen Unternehmen auch für seine ethischen Arbeitsbedingungen in der Schleifindustrie.

Ähnlich wie Australien verfolgt auch Sri Lanka ein Modell zum Umweltschutz: eine Umweltschutzkaution. Minenbetreiber erhalten dieses Geld erst zurück, wenn die Natur vollständig wiederhergestellt ist. Dazu gehören beispielsweise der Rückbau, das Auffüllen der Gruben oder das Ersetzen des Mutterbodens.

In unserem Fall: Wir kaufen Saphire in der Regel von unseren Partnern, die die Rohsteine direkt aus den Minen beziehen und die Saphire dann selbst in ihrer eigenen Schleiferei schleifen.

Warum sind australische Saphire ethisch unbedenklich?

Der Saphirabbau in Australien unterliegt strengen Vorschriften der jeweiligen Landesregierungen. Wer in Australien Saphire abbauen möchte, benötigt eine Lizenz, die nur nach Vorlage umfangreicher Unterlagen und eines Pachtvertrags erteilt wird.
Es gibt strenge Vorschriften für die Arbeitssicherheit und Kontrollen während des Abbaus. Es müssen faire Löhne gezahlt werden, es müssen sichere Arbeitsbedingungen herrschen und natürlich muss jede Form von Ausbeutung, wie beispielsweise Kinderarbeit, ausgeschlossen sein.

Zudem gibt es mehrere Verpflichtungen zum Schutz der Umwelt. Wenn eine Mine erschöpft ist und nicht mehr genutzt wird, muss das Land in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Das bedeutet nicht nur den Abbau der Mine, sondern auch die Wiederherstellung des gesamten Ökosystems, z. B. durch das Pflanzen neuer Bäume. Um dies zu erreichen, müssen die Betreiber eine Kaution hinterlegen, die nach einer erfolgreichen Inspektion zurückerstattet werden.

In unserem Fall beziehen wir australische Saphire direkt von den Minenbetreibern. Das bedeutet, dass wir genau wissen, woher sie stammen, wer sie abgebaut hat und in den meisten Fällen auch, wer sie geschliffen hat. Ein schöner Nebeneffekt ist außerdem, dass viele Saphire aus Australien einen Präzisionsschliff (precision cut) haben, welcher das beste aus dem Saphir herausholen kann. Das unterscheidet sie zusätzlich von Saphiren, die in großen Schleiffabriken geschliffen werden, bei welchen meist die Gewichtserhaltung die oberste Priorität ist.

Dies ist auch ein Grund, warum australische Saphire etwas teurer sein können. Diese Anforderungen, Prozesse und Löhne erhöhen die Betriebskosten, gewährleisten jedoch äußerst ethische Abbaumethoden und einen erstaunlichen Stein.

Wo Grenzen bestehen

Trotz größter Sorgfalt gibt es Fälle, in denen eine 100-prozentige Garantie nicht vollständig möglich ist. Einige Arten von Saphir kommen ausschließlich an einem bestimmten Ort vor. Befindet sich dieser Ort in einer schwer zugänglichen Region, kann niemand mit absoluter Sicherheit bestätigen, dass der gesamte Abbauprozess ethisch einwandfrei war, es sei denn, er war selbst vollständig vor Ort involviert.

In diesen Ausnahmefällen arbeiten wir ausschließlich mit vertrauenswürdigen Partnern zusammen, die uns über die Bedingungen vor Ort informieren. So stellen wir sicher, dass das Risiko unethischer Vorgehensweisen so gering wie möglich bleibt und wir dennoch verantwortungsbewusst außergewöhnliche, seltene Steine beziehen können.

Dies ist auch der Grund, warum in unserem Bestand fast keine Steine aus Madagaskar zu finden sind – obwohl Madagaskar weltweit zu den führenden Saphirlieferanten gehört.